Output vs. Outcome (Teil 2)

Wie geht Ihre Organisation mit Mitarbeiter:innen um, die regelmäßig 60-70 Stunden pro Woche arbeiten?

Wird diese Mehrarbeit als Leistung gewürdigt? Besteht bei Ihnen zum Thema Überstunden ein Statusdenken in Form von “wer mehr arbeitet, ist mehr wert”?

Ist das noch zeitgemäß? Ist das menschlich?



Ein Erklärungsversuch:

Wir wurden in der Wirtschaftswelt über 100 Jahre dazu erzogen arbeitsteilig zu arbeiten und effizient unseren kleinen Beitrag zum Großen und Ganzen beizutragen. Das ist unser Erbe aus dem Industriezeitalter. In der modernen Wissensgesellschaft hingegen besteht die Leistung des Menschen nicht mehr in der “maschinellen” Effizienz - es geht auch nicht mehr nur um Aktivitäten und Outputs. Wie Millionen von Arbeitern und Angestellten in Deutschland in den letzten 20-30 Jahren erfahren mussten, übernehmen mittlerweile überwiegend Software und Maschinen deren Aufgaben.

Als eine bekannte Antwort auf diesen Wandel arbeiten sehr viele Menschen mittlerweile als Experten mit einer breiten Orientierungskompetenz zusammen in Teams. Ihre zentralen Aufgaben liegen darin in einer komplexen und unsicheren Umgebung kreative Lösungen bereit zu stellen - Probleme zu lösen, Produkte und Dienstleistungen schnell und kundenorientiert marktfähig zu machen und weiterzuentwickeln.


Natürlich ist dieser Trend bekannt und sehr verkürzt dargestellt.


Wir möchten damit nur den Zusammenhang deutlich machen, dass mit der zunehmenden Digitalisierung sich die Art der Wertschöpfung verändert hat. Und mit diesem Wandel steht die Art der Zusammenarbeit innerhalb der Organisationen und damit auch die Arbeit des Einzelnen unmittelbar und kausal in Verbindung.


Unserer Beobachtung nach entstehen große Probleme in Organisationen meistens dann, wenn die Transformation der Organisationsstruktur in vielen Teilen einer modernen Unternehmensorganisation gleicht - das Denken und Handeln von Menschen aber weiter den Einflüssen des Industriezeitalters anhängen - die sogenannte Transformationslatenz.


Sollte es in dieser Welt also noch relevant und statusfördernd sein, wenn jemand 60-70 Stunden arbeitet?


Die Antwort ist klar. Der Erfolg wird nach dem erreichten Wertbeitrag für den Kunden - also nach dem Outcome - bemessen. Eine moderne Unternehmensführung honoriert genau das und baut die veralteten Rahmenbedingungen für die Förderung von unverhältnismäßiger Mehrarbeit ab.


Ist Ihre Unternehmensführung bereits durchgehend outcome-orientiert?